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Safran: Biblische Heilpflanze und Gewürz

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Safran Crocus sativus L. ist eine psychoaktive Heilpflanze. Alte Überlieferungen bestätigen seine vielfältige Verwendung.

 

Safran ist ein Schwertliliengewächs.

 

Im berühmten Papyrus Ebers wurde Safran bereits um ca. 1600 v. Chr. erwähnt, sowie in der Bibel im Hohelied Salomons (Originaltext) als Gewürz Karkom. Im Buch Hohelied (Bibel) Kapitel 4 Vers 14 steht: Narde und Safran, Kalmus und Zimt, mit allerlei Bäumen des Weihrauchs, Myrrhen und Aloe, mit allen besten Würzen.

 

Das hebräische karkom stimmt mit dem arabischen karkum überein und deutet auf die Crocus sativus oder Safrankrokos hin. In europäischen und nichteuropäischen Ländern findet man noch heute ähnliche Wörter. Spitzenqualitäten aus der Region La Mancha werden z. B. als Safran Karkom bezeichnet

Safran: Herkunft - Anbau - Inhaltsstoffe

Anbaugebiete sind im Iran und vor allem in den Mittelmeerländern Frankreich, Spanien, Griechenland, Italien und Türkei.

 

Echter Safran schmeckt bitter-scharf und enthält Carotinoide, vor allem Crocin. Diese Substanz ist für die intensive goldgelbe Farbe verantwortlich. Ebenfalls reichlich vorhanden ist Safranbitter. Dieser Bitterstoff (Picrocrocin) wandelt sich bei sorgfältiger Trocknung in die Substanz Safranal, durch die das typische Aroma entsteht.

 

Um 1 kg echten Safran zu gewinnen werden ca. 150.000 Blüten benötigt.

Safran: Warnung vor Fälschungen

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Schon in der Antike war Safran ein gefragter Luxusartikel und reizte Geschäftemacher zu Fälschungen. Das ist bis heute so. Pulverisierter Safran kann mit verschiedenen Gewürzpulvern gestreckt und gefälscht werden. Falscher Safran (Saflor), auch Färberdistel genannt, wird noch heute im Orient als billiger Safranersatz verwendet. In den Gewürzbasaren werden solche Ersatzprodukte an Touristen gern teurer als Safran angeboten. Angebote und Anpreisungen im Internet sind sorgfältig zu prüfen.

 

Echter Safran der Güteklassen Coupe und La Mancha kosten per 100 g bis zu € 800,00.

Safran: Anwendung und Heilwirkung

Als Gewürz findet Safran Anwendung zum Einfärben von Kuchen und anderem Gebäck, in Fischsuppen, Paella, Reisgerichten u. a.

In der Volksmedizin ist die Verwendung zur Schmerzlinderung, als Aphrodisiakum, zur Stärkung von Leber, Magen, Lunge und Nerven, sowie bei Epilepsie (Krampfzuständen), Bronchitis und starken Hustenanfällen bekannt. Safran ist sehr gut bekömmlich, wirkt beruhigend und euphorisierend.

 

Extrem hohe Dosierungen von täglich 15-20 g Safran können tödlich wirken. Bei Kindern bereits bei entsprechend niedrigeren Dosierungen. Kleine Mengen dagegen können Geist und Körper beleben und die Nerven beruhigen. Eine Tagesdosis bis 1 g ist vertretbar.

Safran bei Krebs

Die bekannten Wirkungen aus der Volksmedizin waren Anlass für einige Krebsforscher, sich mit der Anwendung von Safran in der Krebstherapie zu beschäftigen. Im Jahre 1994 wurde in einer Studie mit Mäusen beobachtet, dass Safran den Wuchs von Lymphkrebszellen und bestimmten Tumoren um 87% bis 41% hemmen kann.

 

Wie auch bei anderen Studien beobachtet wurde, soll Safran ein viel versprechendes Mittel gegen Tumoren sein und auch präventive Wirkung gegen Krebs besitzen. Dadurch kann sich die Lebenserwartung von kranken Personen verlängern. Wichtige Bestandteile im Safran sind die Carotinoide (vor allem Crocin) und Safranal. Sie werden im Extrakt konzentriert und können auch präventive Eigenschaften bieten. Dem im Körper als Antioxidans wirksame Crocin wird diese Wirkung zugeordnet.

 

Quelle: Abdullaev Fl: Cancer chemopreventive and tumoricidal properties of saffron (Crocus saativus L.). Exp Biol Med 227 (2002) 20-25

Safran bei Depression – ein natürliches Antidepressivum

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Eine Studie an der „Arak University of Medical Sciences“ gibt Aufschluss über die Anwendung bei leichten bis mittleren Depressionen. Unerwünschte Wirkungen konnten nicht festgestellt werden. Die Prüfgruppe erzielte ab der 6. Woche ein signifikant besseres Ergebnis als die Placebogruppe. Depressionen sind auf der gesamten Welt verbreitet.

 

Crocus sativus L. zur Behandlung von leichter bis mittelschwerer Depression:

Eine doppelblinde, randomisierte und placebokontrollierte Studie Moshiri E, Basti AA, Noorbala AA., Jamshtdi AH, Hesameddin Abbasi S, Akhondzadeh S. Abteilung für Anästhesiologie, Arak University of Medical Sciences, Arak, Iran.

 

Weltweit sind Depressionen ein großes Problem für die Menschen. Es wird erwartet, dass bereits in 10-20 Jahren depressive Erkrankungen weltweit die zweitgrößte Krankheitsform sein werden.

 

Es gibt inzwischen eine Vielzahl von pharmazeutischen Wirkstoffen für die Behandlung von Depression. Die Nebenwirkungen machen Sorgen und werden von Patienten und Ärzten nicht immer akzeptiert.

Ziel einer Studie war die Bewertung der Wirksamkeit des Blumenblatts von Crocus sativus L. zur Behandlung einer leichten bis moderaten Depression in einer sechswöchigen doppelblinden, placebokontrollierten und randomisierten Studie. Studienteilnehmer waren vierzig erwachsene ambulante Patienten, die die Voraussetzungen gemäß „Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders“, 4. Ausgabe, im Hinblick auf schwerere Depressionen und basierend auf einer strukturierten klinischen Befragung entsprechend DSM IV erfüllten.

 

Die Patienten dieser doppelblinden, placebokontrollierten und randomisierten Studie wurden für 6 Wochen zur Prüfgruppe mit Crocus sativus L. (Blumenblatt), 30 mg Safran Extrakt/Tag (BD) (Gruppe 1) und zur Kontrollgruppe mit Placebo (BD) (Gruppe 2) zugeordnet. In der 6. Woche zeigte die Prüfgruppe ein signifikant besseres Ergebnis gemäß der Hamilton Depression Rating Scale als die Placebogruppe (d.f. = I, F = 16,87, p<0,001). Im Hinblick auf unerwünschte Wirkungen wurden keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen berichtet. Die Ergebnisse dieser Studie weisen auf eine Wirksamkeit von Crocus sativus L. (Blumenblatt) zur Behandlung einer leichten bis moderaten Depression hin. Eine größere Studie ist gerechtfertigt. (Phytomedicine Nov. 2006)

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Safran: Mentale Balance bei Stress und Burnout

Unzählige Menschen trinken täglich große Mengen Kaffee wenn sie sich niedergeschlagen, müde, gestresst oder depressiv fühlen. Das ist ein Irrweg. Koffein im Kaffee gibt einen relativ schnellen Kick, ein Energiegefühl kommt auf, doch der Schein trügt. Erhöhte Nervosität, eine Art innere Unruhe wird spürbar, die Koffeinspitze sackt schnell ab, die Erschöpfung kommt rasch zurück und gleichzeitig wird der Körper übersäuert.

 

Immer häufiger werden Antidepressiva und Aufputschmittel geschluckt. Ein Teufelskreis entsteht ohne Aussicht, das Hamsterrad verlassen zu können.

 

Safran ist mit der Substanz Safranal eine natürliche gesunde Alternative für Menschen im täglichen Arbeits- und Lebensstress. Safran fördert Glücksgefühle, motiviert und wirkt ausgleichend bei Stimmungsschwankungen.

Safran macht glücklich und schlank?

Stress, innere Unruhe, Hektik, Unzufriedenheit, Frust, Enttäuschungen, mangelnde Anerkennung und vieles mehr sind häufig Ursache für Belohnungsessen, Frustessen und Heißhungerattacken ohne Maß und Ziel. Ergebnis: Übergewicht, Bewegungsmangel und kein Ende ist abzusehen.

 

Safran beruhigt und vermittelt ein Gefühl der Wärme und Geborgenheit. Gleichzeitig motiviert Safran, hilft Antriebsschwäche zu überwinden und fördert die mentale Balance. Safran weckt die Lebensgeister und löst Lebensfreude aus. Es spricht viel dafür, dass Safran bzw. durch die enthaltene Substanz Safranal aufgrund der positiven Wirkung auf die Psyche, der unkontrollierten Esszwang nach und nach von einer gesunden und ausgeglichenen Lebensweise abgelöst wird. Damit ginge der Wunsch vieler übergewichtiger Menschen in Erfüllung: Sie essen weniger und dafür bewusster.

 

 

Mehr über Mentale Gesundheit lesen Sie hier.

 

 

 

 

 

Literaturquellen:

 

Nedley Neil, M.D.: Depression: The Way Out, Nedley Publishing November 30, 2001

 

Akhondzadeh S, et al., Comparison of Crocus sativus and imipramine in the treatment of mild to moderate depression: a pilot double-blind randomized trial, Biomed Central Complementary and Alternative Medicine 2004; 4 (1): 12.

 

Kiecolt-Glaser JK, Graham JE, Malarkey WB, Porter K, Lemeshow S, Glaser R. Olfactory influences on mood and autonomic, endocrine, and immune function. Psychoneuroendocrinology. 2008; 33 (3):328-339.

 

Noorbala AA, Hydro-alcoholic extract of Crocus sativus versus fluoxetine in the treatment of mild to moderate depression: a double-blind, randomized pilot trial, Journal of Ethnopharmacology 2005; 97 (2): 281 – 284

 

Hosseinzadeh H and Khosravan V, Anticonvulsant effects aqueous and ethanolic extracts of Crocus sativus stigmas in mice, Archives of Iranian Medicine 2002; 5: 44 – 47.

 

Akhondzadeh Basti A, Moshiri E, Noorbala AA, Jamshidi AH, Abbasi SH, Akhondzadeh S. Comparison of petal of Crocus sativus L. and fluoxetine in the treatment of depressed outpatients: a pilot double-blind randomized trial. Prog Neuropsychopharmacol Biol Psychiatry. 2007; 31 (2):439 – 442.

 

Abe K, Saito H, Effects of saffron extract and its constituent crocin on learning behavior and long-term Potentiation, Phytother Res. 2000; 14: 149 – 52.

 

Zhang Y, Shoyama Y, Sugiura M, Saito H, Effect of Crocus sativus on the ethanol-induced impairment of passive avoidance performances in mice, Biological and Pharmaceutical Bulletin 1994; 17: 217 – 221.

 

Escribano J, et al., Crocin, safranal and picrocrocin from saffron (Crocus sativus) inhibit the growth of human cancer cells in vitro, Cancer Letters 1996; 100 (1–2): 23 – 30.

 

Akhondzadeh S, Tahmacebi-Pour N, Noorbala AA, et al. Crocus sativus L. in the treatment of mild to moderate depression: a double-blind, randomized and placebo-controlled trial. Phytother Res. 2005; 19 (2): 148 – 151.

 

Noorbala AA, Akhondzadeh S, Tahmacebi-Pour N, Jamshidi AH. Hydro-alcoholic extract of Crocus sativus L. versus fluoxetine in the treatment of mild to moderate depression: a double-blind, randomized pilot trial. J Ethnopharmacol. 2005; 97 (2): 281 – 284.

 

Moshiri E, Basti AA, Noorbala AA, Jamshidi AH, Hesameddin Abbasi S, Akhondzadeh S. Crocus sativus L. (petal) in the treatment of mild-to-moderate depression: a double-blind, randomized and placebo-controlled trial. Phytomedicine. 2006; 13 (9-10): 607 – 611.

 

Braden R, Reichow S, Halm MA. The use of the essential oil lavandin to reduce preoperative anxiety in surgical patients. J Perianesth Nurs. 2009; 24 (6): 348 – 355.

 

Nord D, Belew J. Effectiveness of the essential oils lavender and ginger in promoting children's comfort in a perianesthesia setting. J Perianesth Nurs. 2009; 24 (5): 307 – 312.

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